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Christinnen und Christen erleben die Spannungen zwischen gesellschaftlichen Herausforderungen und biblisch-theologischen Orientierungen an vielen Orten des Lebens. Besonders spürbar wird das in diesen Tagen an Fragen der Ehe und der Partnerschaft. Deshalb hatten die Evangelischen Kirchengemeinden Bechtolsheim, Biebelnheim, Ensheim und Spiesheim zu einem Gesprächsabend zur Frage „Die Ehe für alle und der Segen der Kirche“ eingeladen.

Sehr persönlich schilderte die Pfarrerin Katrin Hildenbrand den Anwesenden ihre Erfahrungen mit Kirchen im Umgang mit Homosexualität. Diese reichen von beeindruckender Selbstverständlichkeit bis zu tiefen Verletzungen. „Ich war erschreckt zu sehen, wie kränkend manche Menschen über andere sprechen.“ Die Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften verglich sie mit der Entwicklung, die Kirchen in Bezug auf Frauen im Pfarramt mitgemacht hätten. Es habe lange gedauert, sich von zeitgebundenen Einzelaussagen der Bibel zu lösen und zu einer heilsamen Sicht im Geiste Jesu zu kommen. Ähnliches geschehe nun im Blick auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Dort, wo es um den Segen Gottes gehe, könne es eben keine halben Sachen geben. Wo Menschen als Ebenbilder Gottes bezeichnet würden, können sich auch alle als solche betrachten, unabhängig von ihrer sexuellen Identität. Bei Ehe und Partnerschaft gehe es vor allem um das Bedürfnis nach einem erfüllenden Gegenüber.

„Die Stärke unserer evangelischen Kirche ist es, Spannungen auszuhalten und nicht einfach von oben herab zu bestimmen – auch wenn das manchmal schmerzhaft lange dauert“, so lautete die Einschätzung von Dr. Simone Emmelius, als sie über die Entwicklung der Segnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) referierte. Als Mitglied der Landessynode war die Leiterin von zdf_neo direkt an der Ausarbeitung der kirchlichen Lebensordnung beteiligt, nachdem sich die Regelungen aus den 60er Jahren sich nicht mehr als tragfähig erwiesen hatten. Anschaulich beschrieb sie, wie bisweilen um Satzzeichen und Klammern gerungen wurde, um zu einer mehrheitsfähigen und zeitgemäßen Ordnung in Fragen der Partnerschaft zu kommen. „Ich hätte mich gefreut, wenn die Kirche sich in der Frage der ‚Ehe für alle‘ auch vor den Staat gesetzt hätte“, so die Referentin, aber es müsse der Kirche darum gehen, zu überzeugen statt zu überrollen.

Der Gedanke der Menschenfreundlichkeit und der Offenheit der Kirchen war es auch, der in der anschließenden Diskussion nachhallte. Nur eine einladende Kirche könne den Menschen spürbar machen, dass Gott dem Leben gut tut. Nachdenklich machte das allemal

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