SONY DSCEnsheim besaß zur Zeit der Einführung der Reformation eine Pfarrkirche. Die Kirche dient, in der Folgezeit mehrfach repariert und auch zweimal umgebaut, ihrer Bestimmung noch heute. Der erste Umbau der Kirche fand im Jahr 1722 statt. Der Umbau hatte sich als notwendig erwiesen, weil das Schiff der Kirche baufällig geworden war und das ganze Gotteshaus für die “angewachsene Bevölkerung” nicht mehr ausreichte. Die Kirche wurde bei dieser Gelegenheit durch einen Umbau des Langhauses vergrößert und gleichzeitig wiederhergestellt. Der zweite Umbau wurde im Jahr 1830 vorgenommen. Er beschränkte sich auf den Chor der Kirche. In den 100 Jahren, die seit diesem Chorumbau verflossen sind, ist die Kirche mehrfach Reparaturen unterzogen worden, unter denen die Kirchenwiederherstellungen von 1875 und 1890 Erwähnungen verdienen.

Bei der Kirchenreparatur, die im Jahr 1875 vorgenommen ward, wurde das Kircheninnere renoviert sowie das Kirchendach umgedeckt. Über die im Jahr 1890 durchgeführte Wiederherstellung der Kirche wird in der Pfarrchronik berichtet:

“In diesem Jahre wurde die Kirche zu Ensheim einer eingehenden Reparatur unterzogen. Die Fundamente hatten sich nach Osten und Westen gesenkt, sodaß unten am Boden durch drei große und einige kleinere Risse sich die Längswand um 50 Zentimeter gegen ursprünglich erweitert hatte. Oben war die Erweiterung eine noch viel größere. Die Risse wurden aufgeräumt, wobei, nebenbei gesagt, die Wand unter dem der Eingangsthür zunächst gelegenen Fenster an der Nordseite plötzlich einfiel. Die Risse wurden seitwärts aufgemauert und dann mit Zement ausgegossen, außerdem das Gebälk frisch verankert. Die Decke wurde frisch gerohrt und dann nebst den Wänden neu verputzt und ein Schornstein neu aufgeführt. Dann wurden Decke und Wände und darnach die Stühle nebst Orgel und Kanzel frisch gestrichen. Die Kirche gewährt nach dieser Erneuerung wieder einen recht freundlichen, eines Gotteshauses würdigen, Eindruck. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 2557 Mark 27 Pfennig. Der Kirchen- und Schulbaufonds steuerte zu den Kosten 500 Mark bei.”

Bemerkt sei, dass im Jahr 1922 eine Kirchenrenovation geplant war, aus Mangel an Mitteln aber unterbleiben musste. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgte eine Renovierung der Kirche. Die Malereien vor allem an den Bänken wurden dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend in Bauernmalerei ausgeführt. Das grundsätzliche Problem der Rißbildung, das mit der geologischen Beschaffenheit des Ensheimer Untergrundes zusammenhängt. blieb jedoch bestehen. Die Risse nahmen in den nächsten Jahren beängstigende Ausmaße an. Höhepunkt war, dass am Ostersonntag 1999 ein Stück der Decke über der Orgel herunterfiel. Dies führte dazu, dass im gleichen Jahr die Kirche grundlegend innen und außen renoviert werden musste. Bei dieser Gelegenheit würden auch neue Fenster mit Scheiben aus Goetheglas eingebaut.

aus: “Notizen zur Geschichte der Evangelischen Kirchen in Ensheim und Spiesheim”


 

Glocken der Kirchengemeinde Ensheim

Die von Frau Elisabeth Kullmann gestifteten Glocken, hängen leider nicht mehr im Dachreiter der ev. Kirche Ensheim. Die beiden heutigen Glocken tragen folgende Inschriften:

Kleine Glocke:

„Die Schwester zog zum Kampfe hinaus,
jetzt ruf ich Euch ins Gotteshaus,
zum Flehen das Gott uns Fried und Ehre,
in Gnaden wiederum beschere.”

Gegossen von Andreas Hamm ( Sohn) Frankenthal1920

Große Glocke:

„Kommet her zu mir, die ihr alle mühselig und beladen seid,
so werdet ihr Ruhe finden für Eure Seelen.” Matthäus 11, 28 – 29

Diese Glocke wurde am 24.07.1960 mit einem Festgottesdienst eingeweiht, in dem Propst Trabandt aus Mainz die Festpredigt hielt.

Die Glocke selber wurde von der Firma Gebr. Rincker in Sinn (bei Herborn) gegossen.